Hike, Biwak & Fly - Schwerpunkt Biwak (Teil 1)

Infos und Tipps rund ums Biwaken

Hallo Bergfreunde, Hike & Fly Enthusiasten und Liebhaber des freien Schlafens am Berg.

Vielleicht erstmal kurz zu mir, ich betreibe das Gleitschirmfliegen nun seit fast 10 Jahren und von Anfang an hat mich der Bereich Hike&Fly schon immer interessiert.

Über die Jahre hat sich dieser Bereich für mich zur Lieblingsfacette des Gleitschirmfliegens entwickelt. Vor ca. 5-6 Jahren habe ich angefangen, das Biwaken in meine Hike&Fly Touren mit einzubinden. In dieser Zeit habe ich viel Erfahrung sammeln dürfen, über Ausrüstung, Verhaltensweisen und auch vor allem viel über mich selbst.

Da wie ich finde, das Biwaken am Berg schon eine recht anspruchsvolle Sache werden kann und man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, würde ich das Thema etwas aufteilen. Und zwar in die Bereiche „Grundlegendes“, „Im Detail“ und „Jahreszeiten“.

Grundlegendes

Beim Biwak geht es kurz gesagt darum, in der Natur einen Schlafplatz herzurichten, der einen möglichst gut durch die Nacht bringt.

Und damit wir es möglichst komfortabel haben, um auch Schlaf zu bekommen, damit wir einigermaßen ausgeruht in den nächsten Tag starten können, sollte man sich vielleicht ein paar grundlegende Gedanken machen, bevor es richtig losgeht.

Für mich zählt dazu die richtige Ausrüstung, natürlich angepasst an die Jahreszeit, in der ich das Biwak durchführen möchte, Nahrung und wie gut kenne ich mich und meinen Körper.

Die AUSRÜSTUNG sollte wie gesagt der Jahreszeit entsprechen, da wären der Schlafsack, Isomatte, die richtige Kleidung, Biwaksack oder auch alternativ das Zelt. Diesen Bereich möchte ich dann gerne noch später in Teil 2 „Im Detail“ näher erläutern, da es mir bei den grundlegenden Gedanken mehr um die Nahrung geht und wie gut ich mich und meinen Körper kenne.

Dies sind nämlich zwei sehr wichtige Bereiche, die darüber entscheiden können, wie komfortabel wir es in der Nacht haben werden und ob wir genügend Schlaf bekommen und uns auch ausruhen können.

Nahrung

Gerade beim Hike&Fly, wo ich mich körperlich erstmal etwas anstrengen muss, um mit meinem ganzen Gepäck auf dem Rücken meinen Startplatz bzw. meinen Schlafplatz zu erreichen, verbrauchen wir je nach Höhenmeter eine entsprechende Menge an Energie.

Deswegen sollte man sich bei jeder Tour ruhig die Zeit nehmen, diese verlorene Energie wieder reinzuholen, indem wir ausreichend viel trinken und auch essen. Warum spreche ich das an? Bei mir ist es z. B. einfach so, dass wenn ich mich sportlich betätige, ich oft keinen Appetit habe bzw. kein Hungergefühl entwickle und somit bei meinen früheren Touren die Nahrungsaufnahme ganz gerne etwas in den Hintergrund gerückt habe. Mit dem Trinken hatte ich weniger das Problem. Mit der Zeit habe ich gelernt auch zu essen, da ich wusste dass ich später für die Nacht noch reichlich Energie brauchen würde.

Damit wir natürlich möglichst die ganze Nacht es auch warm haben in unserem Schlafsack, muss unser Körper über einen Zeitraum von ca. 6-9 Stunden (im Winter können es sogar teilweise bis 12 Stunden sein) ausreichend Wärme erzeugen. Weil ein Schlafsack nämlich keine Heizung ist, sondern nur eine Hülle, die unsere eigene Körperwärme nah bei uns hält. Deswegen ist es sehr wichtig, dass man auch ausreichend genug an Essen zu sich nimmt. Was an Nahrung man zu sich nehmen möchte, ist jedem selbst überlassen. Testet es einfach selber aus und schaut, womit ihr am besten zurecht kommt und vor allem wodurch ihr die Energie bekommt, die euch über die ganze Nacht warmhalten kann.

Seinen Körper kennen

Seinen Körper zu kennen, ist auf jeden Fall ein großer Vorteil, wenn man gut durch die Nacht kommen möchte. Wir wissen jetzt, dass wir ausreichend Nahrung zu uns nehmen müssen, damit wir genug Wärme erzeugen können, um uns in der Nacht warmhalten zu können. Jetzt wäre es dann noch gut zu wissen, wo habe ich meine Kältezonen. Habe ich überhaupt Kältezonen? Manche bekommen schnell kalte Füße, andere kalte Hände oder sogar beides, bei mir ist es so, dass ich meine Kältezone im Bereich der Nieren und Hintern habe. Ein wesentlicher Bereich ist sicherlich der Kopf, der Nacken, bei manchen auch das Gesicht, insbesondere die Nase. Deswegen ist es gut sich Gedanken darüber zu machen, wo habe ich meine Kältezonen und wie kann ich diese besonders gut schützen/warm halten. Für kalte Füße gibt es z. B. sogenannte Zeltschuhe oder Daunenschuhe,

Handschuhe für kalte Hände, Nierenwämer für die Nieren und Sturmhaube und Mütze für Kopf, Nacken und Gesicht.

Was gehört aber noch dazu, seinen Körper gut zu kennen? Wie geht er z. B. mit Erschöpfung um? Es ist immer ratsam seine Touren so zu wählen, dass man nicht völlig erschöpft oben ankommt. Also seit ehrlich zu euch selbst und überlegt euch gut, wie fit bin ich, wie viel Höhenmeter kann ich mit meiner Ausrüstung gut bewältigen, ohne dass ich oben mit Schnappatmung ankomme usw. Denn es ist so, wenn der Körper zu erschöpft ist, dann kann es passieren, dass die Muskeln so viel Mühe haben sich zu erholen, dass ihr einmal dadurch nicht wirklich einschlafen könnt oder einen sehr unruhigen Schlaf habt und für die Regeneration so viel Energie verbraucht wird, dass ihr nicht genug für die ganze Nacht habt, um euch im Schlafsack warmzuhalten. Also immer lieber eine gewisse Pufferzone in eure Tourenplanung mit einbeziehen.

Das sollte es erstmal gewesen sein zu Grundlegendes

"Im Detail" und „Jahreszeiten“ bekommt dann jeweils einen eigenen Beitrag.

Wenn ihr Lust habt, teilt mir und anderen eure Erfahrungen mit und wie ihr gewisse Dinge seht und handhabt und vielleicht kann es für die Eine oder den Anderen hilfreich sein.

LG :wink:
Sascha

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Danke für den Beitrag! Das ist ein super Einstieg für jeden der das Biwakieren mal ausprobieren möchte. Bin gespannt auf den Teil 2 und 3 :tent: