Hike, Biwak & Fly - Schwerpunkt Biwak (Teil 2)

So, wollen wir uns mal dem Ganzen im Detail widmen.

IM DETAIL

Direkt mal vorweg, da es recht umfangreich werden wird, werde ich step by step den 2. Teil hier aufbauen. Also nicht wundern, wenn es mal irgendwo mittendrin aufhört. :wink:

Fangen wir bei der Ausrüstung an. Wir gehen jetzt mal von einem Biwak im Sommer für eine Nacht aus, wo wir nächtliche Temperaturen von +5° bis +8° erwarten bei einer Höhe um ca. 2000 m.

In der Übersicht schaut das so aus:

Hier das Ganze auch als Liste:

DER RUCKSACK

Was ich als erstes ansprechen möchte, ist der Rucksack. Ich habe da schon viele ausprobiert von günstigen 70 Liter Trekkingrucksäcken über Gleitschirmrucksäcken bzw. Wendegurtzeugen bishin zu teuren Trekkingrucksäcken.

Die beste Erfahrung habe ich bei den teuren Trekkingrucksäcken gemacht.

Die liegen preislich zwischen ca. 150 Euro bis ca. 300 Euro. Geht natürlich auch noch teurer, aber für unsere Bedürfnisse kommen wir in dem Preissegment wunderbar zurecht.

Ich benutze den Levity 60 von Osprey.

Ein sehr komfortabler Rucksack für lange Touren mit einem Eigengewicht von unter 1 kg. Vom Hersteller für eine Traglast bis 11 kg ausgelegt, aber der hält deutlich mehr aus. Ein Kollege belastet den wohl sogar bis 20 kg, ich selber habe ihn bereits mit 16.5 kg belastet. Man muss aber dazu sagen, wenn man über den empfohlenen Lastbereich geht, dass dann die Last nicht mehr nur über den Hüft-/Beckenbereich getragen werden kann. Man spürt dann ab einem gewissen Gewicht auch den Druck oben bei den Schultern.

Warum jetzt lieber einen Trekkingrucksack und keinen Gleitschirmrucksack oder ein Wendegurtzeug?

Ich habe einfach bessere Erfahrungen gemacht, was den Tragekomfort angeht. Ein guter Rucksack verteilt nämlich die Last über den Hüft-/Beckenbereich und nicht über die Schultern und das habe ich bisher nur bei guten Trekkingrucksäcken erlebt. Ist gerade dann wichtig, wenn man doch mehrere Tage unterwegs sein möchte.

Beim Hike, Biwak & Fly hat man ja doch einiges dabei und es kommt trotz der ganzen Leichtmaterialien einiges zusammen. Und bei mir ist es einfach so, mit Muskelverspannungen im Schulter-/Rückenbereich schläft es sich nicht so gut. Zudem kann es sein, dass am nächsten Tag die Verspannungen noch intensiver ausfallen, weil man ja nun mal nicht in einem komfortablen Bett schläft.

Natürlich muss ich an dieser Stelle sagen, ich kenne nicht alle Rucksäcke, Wendegurtzeuge etc. und es hängt natürlich auch von jedem selbst ab und seiner physischen Konstitution, wann, wie und ob Verspannungen auftreten. Das muss natürlich jeder selbst rausfinden.

Es lohnt sich aber auf jeden Fall etwas mehr Zeit zu nehmen und sich ausführlich Gedanken über den richtigen Rucksack zu machen. Geht in die Sportgeschäfte und testet sie durch. Ein gutes Geschäft hat immer die Möglichkeit, Gewichte in den Rucksack zu tun, was ihr auch unbedingt nutzen solltet, weil nur beladen kann man die richtige Größe wählen. Ich hatte es nämlich schon, dass ich einen Rucksack nur leicht beladen ausprobiert habe und mich für L entschieden habe und dann beim ersten Biwak gemerkt habe, voll beladen sitzt er doch etwas zu tief.

Hier ein paar Marken, die durchaus zu empfehlen sind:

Osprey_Logo Gregory_Logo Lowe_Alpine_Logo

DER SCHLAFSACK

Meine Wahl bei solchen Temperaturen wie oben angegeben, ist auf den DYNAMIC von Cumulus gefallen.

Der Komfortbereich liegt bei +8°. Ich habe mit diesem Schlafsack schon bei Temperaturen von +3° geschlafen. Mit etwas mehr Kleidung komme ich so wunderbar durch die Nacht.

Ich mache es immer so, da es ja in der Regel in den Morgenstunden am kältesten ist, lege ich mir eine Isolationsjacke und eine Überziehhose


in die Nähe, die ich mir bei Bedarf schnell überziehen kann.

Ich habe mich hier bewusst für einen synthetischen Schlafsack entschieden, da beim Schlafen im Biwaksack Kondenswasserbildung eine große Rolle spielt. Obwohl ich einen atmungsaktiven Biwaksack (laut Hersteller) verwende, bildet sich dennoch genug Kondenswasser an der Innenseite des Biwaksacks. Damit sich die Isolationsfähigkeit bei Feuchtigkeit nicht verschlechtert, habe ich auf einen Daunenschlafsack verzichtet. Zudem war es auch eine Entscheidung vom Preis-/Leistungsverhältnis her. Der Schlafsack wiegt nur etwas über 500g, nimmt nicht viel Platz weg und ist von guter Qualität. Habe ihn mir speziell auch für mehrtägige Biwaktouren zugelegt.

Natürlich gibt es mittlerweile sogenannte hydrophobe Daunen, die sehr wasserresistent sind, aber die liegen dann gleich mal wieder in einer anderen Preisklasse und sind für meine Einsatzzwecke nicht notwendig.

Da dieser Schlafsack keine Kapuze hat, verwende ich meine Sturmhaube und Mütze zum warmhalten des Kopfes, die ich sowieso immer dabei habe.

DIE ISOMATTE

Als Isomatte verwende ich die UberLite von Therm A Rest. Minimalstes Gewicht, kleinstes Packmaß und ausreichende Isolation von unten haben mich zu dieser Matte bewogen. Da ich bisher gute Erfahrungen mit Therm A Rest gemacht habe, bin ich dabei geblieben.

Ich muss aber zugeben, dass meine Aufmerksamkeit immer mehr auf die Tensor von NEMO geht. Diese soll vom Komfort her sehr gut sein, vor allem für Rückenschläfer und Seitenschläfer.

Vielleicht hat jemand schon Erfahrung damit gemacht und mag etwas dazu berichten?

Würde mich freuen.

DER BIWAKSACK

Ich verwende meistens diesen Biwaksack von Salewa: Salewa Biwak Powertex Bivybag II

Wie oben schon erwähnt, ist dieser laut Hersteller atmungsaktiv. Zu einem gewissen Grad dürfte das auch so sein, aber auch hier entsteht Kondenswasser.

Ansonsten hat er mir schon gute Dienste geleistet. Wunderbar winddicht und angenehm vom Handling her. Natürlich ist die 2 Personenvariante jetzt nicht besonders leicht mit um die 700g, aber für mich einfach komfortabler.

Durch den ganzen Platz kann ich auch meine Ausrüstung mit in den Biwaksack legen und so sind sie vor gewissen Witterungen wie Regen oder Schneefall geschützt.

Auch die Isomatte passt mit rein und hat dadurch einen zusätzlichen Schutz von unten. Ist gerade bei so leichten Isomatten wie die UberLite nie verkehrt.

Fortsetzung folgt…

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